In Erinnerung
an unsere kleine Sphinx,
* Tina * ~ 1981 - 1991

Tina's Geschichte

Tina kam als junges, aber nicht ganz unproblematisches Katzenmädchen zu mir. Ihre Katzenmama hatte sie einst in der äußersten Ecke eines alten Heuschobers gut versteckt, da all ihre anderen Katzebabies ertränkt worden waren. Kein Wunder also, daß ihre Mutter argwöhnisch wurde und in letzter Minute zumindest eines Ihrer Jungen vor dem sicheren Tod rettete. Eines Tages entdeckte der Bauer die Kleine und brachte es "Gott sei Dank" nicht auch noch fertig das letzte Katzenjunge ebenfalls zu töten. Zudem muß ihm wohl auch aufgefallen sein, daß sie aussergewöhnlich hübsch aussah und anscheinend keine gewöhnliche Hauskatze zu sein schien, da auch andere Gene sich bei ihr deutlich machten. So nahm er das Katzenkind zu sich und beschloß es später in gute Hände abzugeben. Falls sich keiner dafür melden sollte, würde sie sich, so nahm er an, auch als gute Mäusefängerin ähnlich wie ihre Mutter, einsetzen lassen.

Ein damaliger Freund bekam Wind von dem tragischen Katzenwurf, und stand unvermittelter Dinge mit einer Handvoll schwarz-weißem Wollknäuels in meiner guten Wohnstube. Am liebsten hätte ich das Kätzchen ja gleich bei mir behalten, denn trotzallem, daß es kaum bis nie irgendwelche Kontakte zu anderen Menschen zuvor aufbauen konnte - und da schon mit ihren zwölf Wochen zu einer echten Land- und Freilaufkatze herangewachsen war (und sich demnach auch um einiges schon wilder als manch normal aufgezogene Hauskatze zeigte), zog sie mich wie magisch an. Uns fiel ferner auf, daß sie sich umgekehrt in meiner Gegenwart ohne grosse Mühen beruhigen liess und recht wohl fühlte, und auch sonst keinerlei Anstalten machte, nicht bei mir weiterhin bleiben zu wollen. Eine gewisse Verbundenheit zeigte sich somit auf beiden Seiten auf Anhieb ...

Drei bis fünf Tage in etwa behielt ich sie daraufhin vorsorglich bei mir, um sie beim hiesigen Tierarzt vorzustellen, gründlich durchchecken und mit allen nötigen Impfungen und Entwurmungskur, versorgen zu lassen. Danach konnte sie nach verabredetem Termin an ihre eigentlichen Besitzer weitergegeben werden. Wie sich beim Tierarzt herausstellte, war sie tatsächlich nicht der alleinige Abkömmling einer gewöhnlichen Hauskatze ( mütterlicherseits), sondern enthielt auch väterlicherseits Gene, (der Vater war den Leuten aus dem Dorf als Mischling bereits gut bekannt), wie sie bei bestimmten Rassekatzen einzustufen waren. Hierzu gehörte ihre eigentümlich zierliche Kopfform, die etwas seltsam gewölbte Stirn, die besonders schlanke Figur als auch ihr seidenweiches, wunderschönes - in etwa viertellanges - Fell. Hauskatzen haben etwas kürzeres. Sie war wirklich eine echte Sphinx, bildschön und von ganz besonderer Art, das sah man gleich (pechschwarz, vier schneeweisse Pfötchen und grosse bernsteinfarbene Augen dazu), denn in ihr flossen die Rassemerkmale einer Birma- Siam und Burmakatze mit der einer Hauskatze gleichermassen zusammen. Wir waren alle recht verblüfft über diese von der Natur so eigenwillig kreirte Mixtur, doch der Tierarzt war sich in seinen Bestimmmungen ganz sicher ...


Wie gesagt, gern hätte ich sie ohne zu zögern behalten, doch ich hatte ebenso meine ganztägige Tätigkeit in der Verwaltung zu verrichten und konnte mir auch auch sonst nicht gut vorstellen, daß sich ein kleines Kätzchen über solch einen langen Tageszeitraum, völlig alleingelassen, wirklich wohlfühlen würde; da ich mich immer erst am Abend und an den Wochenenden um sie intensiver hätte kümmern können, schien es mir umso unwahrscheinlicher und verantwortungsloser, sie aus egoistischen Gründen einfach dazubehalten. Aus LIEBE zu diesem Tier, und gerade weil ich auch sehr genau wusste, daß meine Mutter Katzen bereits ihr ganzes Leben lang abgöttisch liebte (sie hatte in ihrer Kindheit schon mehrere Male mit Katzen zu tun gehabt und sie aufgezogen), übergab ich sie ihr schliesslich in der Hoffnung, daß dies genau die richtige Entscheidung für alle Beteiligten damals wäre. Aber, weit gefehlt! Eine Katze hat schliesslich ihren eigenen Kopf, und so kam es, daß meine Mutter (die seit 1993 leider verstarb), mir schweren Herzens einige Zeit später mitteilen musste, daß Tina alles andere als ein stubenreines und pflegeleichtes Kätzchen bei ihnen daheim wäre ...

Sie ließ weder von den Sachen meiner Eltern ab noch den Möbeln (so, als ob sie es geradezu darauf abgesehen hätte alles dort zu demolieren, was nicht Niet und Nagel fest war), die sie natürlich von Anfang an weder zu zerkratzen noch zu zerbeißen hatte. Bekam sie ohnehin noch ihre komischen fünf Minuten dazu und balgte mit meiner Mutter dann herum, gingen diese Spielchen oft ziemlich leicht in ernsthaftere Verletzungen für ihr Frauchen aus; sie machte ihren Händen letztlich so sehr zu schaffen, daß diese sehr bald von oben bis unten blutig zerkratzt aussahen und manchmal tiefe Risse von ihren spitzen Zähnchen aufwiesen. Die Kleine gebährdete sich wie ein Wildfang, und sah, wenn sie richtig grantig drauf war, so klein, unschuldig und zierlich sie auch sonst aussehen mochte, wirklich in den Momenten mit ihren weit aufgerissenen Augen und den langen Pinselöhrchen wie ein Miniluchs aus. Ich konnte es einmal sogar konkreter beobachten und war selbst erschrocken, was bei den beiden ablief.

Meine Mutter wurde immer ratloser und hatte das erste Mal überhaupt keine Ahnung, wie sie noch mit der kleinen Katze anders umgehen sollte, da diese kein bisschen gewillt war ihr gegenüber nachzugeben. (Ich vermute stark, Tina hat diese Unsicherheiten gespürt, was sie nur noch "fuchsiger" machte). Es tat mir unendlich leid für beide Seiten, aber sie wollte sich absolut nicht in ihrem neuen Zuhause eingewöhnen und das zeigte sie mit all ihren Unarten deutlichst an! Ich war sehr traurig eingangs darüber, blieb doch nur noch die Möglichkeit sie entweder weiterzuverschenken, ins Tierheim abzugeben - oder aber ... oder aber, ... "Ja was nur?" Diese Entscheidung nahm uns letztendlich Tinchen nach einem guten halben Jahr Aufenthalt bei meinen Eltern, in der sie dort immer mehr die Oberhand gewonnen hatte, selbständig ab. Dieses dann genau zu dem Zeitpunkt als die Situation schon fast völlig zu kippen drohte ...


Ich erhielt damals zum Glück gerade meine Bundesdahrlehenswohnung, war auch sonst völlig selbstständig und unabhängig, so lag es nun allein an mir sie zu mir mit nach Hause zu nehmen - oder nicht. Bevor die Lage bei meinen Eltern eskalierte, entschloß ich mich rechtzeitig dazu, Tina von heute auf morgen einfach mitzunehmen. Ich wollte keinesfalls, daß ihr aufgrund ihres schrägen Verhaltens selbst noch etwas passierte oder gar meinen Eltern in irgend einem undurchsichtigen Augenblick. Da ich eh schon längere Zeit das Gefühl mit mir herumtrug, sie gehörte im Grunde genommen von Anfang an mit all ihren Eigenheiten zu mir (auch wenn sie nur sehr kurze Zeit zuvor bei mir war), wollte ich dieser gegenseitigen Anziehungskraft endlich die Chancen geben, die es brauchte und allem anderen ebenfalls auf den Grund gehen. Das sie mich auch umgekehrt mochte, zeigte sie mir sowieso schon unermüdlich immer wieder, wie beispielsweise dadurch, daß sie es sich hin und wieder bei meinen Besuchen auf meinem Schoß wie selbstverständlich gemütlich machte, sich von mir ohne zu murren streicheln ließ, und es augenscheinlich sehr genoß - oder mir auf einfaches Zurufen hinterherlief; und dies selbst ohne mein Zutun erst recht dann, wenn ich wiederum gehen wollte. Währenddessen sie meiner Mutter immer öfter die kalte Schulter zeigte.

Für alle anderen war sie dadurch natürlich zunächst nur noch das kleine Biestchen. Verständliche Reaktion, aber andersrum kein Verständigungsweg. Ich spürte, daß dies irgendwo seelische Ursachen bei der Katze hatte, und daß ihrem Unmut ganz andere Gründe oblagen, die man eben nicht so einfach logisch erklären konnte. Meine Mutter konnte nur noch mit offenem Munde staunen, was passierte (ich teils anfangs auch), wenn ich bei ihnen zu Besuch war, und die Katze sich nicht mal mehr zwischendurch von ihr, ohne irgendeinen Mist nebenher zu veranstalten, ebenso anfassen liess. Nur füttern durfte sie sie höchstens noch, aber das reichte natürlich nicht im mindestens dafür aus, eine erfrischende und gesunde Beziehung daraus erwachsen zu lassen, die obendrein hielt. Ganz egal, wie gut es meine Eltern mit ihr auch meinten, Tina "schien" stets undankbar. Sie kamen immer schwerer an sie heran - und so musste eine neue Entscheidung her. Katzen sind eben Katzen und damit ein absolutes Kapitel für sich, was uns allen letzlendlich eine echte Lehre war! An ihrer vorherigen Mensch-Entfremdung konnte es also nicht alleine mehr gelegen haben, und da sie mir längst selbst ans Herz gewachsen war, wagte ich den nächsten Schritt sie mit all ihren komischen Eigenheiten - von einem auf den anderen Tag - und mit grosser Erleichterung und Dankbarkeit meiner Eltern, zu mir zu nehmen.

Ich sollte es niemals bereuen!!! Ich nahm Tina Mitte 1981 zu mir mit nach Hause und damit frühzeitig genug, nachdem ich alles andere daheim in meiner neuen Wohnung gemütlich eingerichtet und geregelt hatte. Sie entwickelte sich daraufhin prächtig in allem weiteren, und wir beide fühlten uns vom ersten Tag an pudelwohl miteinander; man kann auch sagen, wir passten zusammen wie "Ei auf Pelle" *bg*. Von Ihrer einstigen Unberechenbarkeit war kaum noch etwas zu verspüren und auch alles Restliche davon legte sie sehr bald von ganz allein ab. Selbst als meine Mutter uns später besuchen kam, ließ sie sich von ihr wieder ganz normal streicheln.

Alles hatte sich mit dem Wechsel "bei und in ihr verändert", einfach alles! Ein Wunder war für uns geschehen, ich konnte es eingangs kaum glauben. Auch alle Vorbehalte, ob ich sie nun über diese acht Stunden allein hätte lassen dürfen, zerstreuten sich zu meinem Erstaunen vollendst. Die kleine Katzendame benahm sich, bis auf das Ausrollen und Zerreissen meines Klopapiers oder manch liebgewordener Musikkassetten an den wenigen Protesttagen, wenn ich doch mal etwas länger weggeblieben war, wirklich fast wie eine "Dame", sprich einmalig bis total brav! :-) Einmal mußte ich sie zwar noch im "Teeny-Alter" von der Stubendecke runterhebeln, da ich damals noch eine echte Textiltapete an der Wand hängen hatte und sie diese als günstige Kletterherausforderung sah, aber irgendwann liess auch das nach, spätestens in dem Augenblick, als neu tapeziert wurde. *g* Desgleichen geschah mal auf einem recht hohen Baum. Sie maunzte dort droben wie ein verlassenes Kind, was ihr wohl vor allem selbst diesmal eine Lehre und neue Erfahrung sein sollte.

Sie suchte sich immer wieder neue Beschäftigungen und machte dabei nur wenig bei mir daheim wirklich kaputt. Je länger ich sie bei mir hatte, umso besser wurde es mit ihr. Ich beschaffte mir zusätzliche Katzenbücher, Spielzeug und erfuhr so noch anderes mehr zur optimalen Katzenhaltung und Erziehung, wovon so einiges, vorsichtig und liebevoll angewandt, auch bei Tina noch sehr gute Früchte trug. Sie lernte weiteres recht schnell hinzu. Ich möchte sogar behaupten, sie gehorchte mir "fast" aufs Wort, "wenn sie denn genügend Lust dazu hatte" (was für eine Katze Ihresgleichen, zu meiner Freude, ungewöhnlich oft sogar der Fall war!), ein Hund hätte es damals nicht besser machen können. Es sei denn, sie hatte wirklich mal einen äußerst schlechten Tag, dann brauchte ich schon etwas mehr Überredungskunst und Geduld. ;-)

Wir hatten uns jedenfalls sehr gut aneinander gewöhnt, ja mehr als das - denn Tina wurde zu einer sehr verläßlichen, liebevollen, handzahmen und völlig unproblematischen Lebensfreundin. Sie zeigte mir, was tatsächlich alles charakterlich in ihr steckte und entwickelte ein immenses Vertrauen zu mir, was auch für mein Dafürhalten schon ans Unermeßliche, angesichts ihrer vorherigen Erfahrungsgrundlagen, grenzte. Tiere sind einfach ganz wundervolle Geschöpfe und man kann nie genug Verständnis und Geduld für sie aufbringen, was sie UNS nicht irgendwann tausendfach mit ihrer Liebe zurückgeben! Nur eine gewisse Scheu behielt sie den völlig fremden Menschen gegenüber stets bei. Dies ließ sich leider nie so ganz mehr ändern. Aber das sollte mir andersrum recht sein, solange keiner "auf beiderlei Seiten" dabei verletzt werden würde und dem anderen genug (Be-)Achtung schenkte.


Seltsamerweise eignete sie sich irgendwann wie nebenher auch gewisse "Wachhundeigenschaften" an (war das nun vor der Geburt unseres Sohnes oder danach (?), ich weiß es leider nicht mehr so genau), und nur dann, wenn die uns besuchenden Freunde ihr auch selbst genügend gefielen, liess sie sich von diesen kurz streicheln. Im anderen Fall musste ich sie aber auch schon mal ins andere Zimmer verfrachten, wenn es ganz anders kam. Sobald sie jemanden nämlich nicht so gut riechen konnte oder jemand vor ihr allzu unsicher zurückwich, machte sie auch schon eine Art Affentanz daraus vor uns - oder stellte irgend etwas Dummes an, nur damit der-/diejenige ja bald wieder geht. Die Gründe dafür mögen vieleicht territorialer Art gewesen sein. Zum Glück geschah solches jedoch nur sehr selten und umso glücklicher und erleichterter machte es mich (das könnt' ihr mir glauben *gg*), daß sie meinen Mann auf Anhieb akzeptierte (!), OBWOHL sie Männern gegenüber generell immer etwas weniger Bonuspunkte vorab spendierte als jeglichen Frauen. Nunja, dies sollte sich im Laufe der Jahre ebenfalls ändern dürfen, denn auch Katzen können sich wandeln - und mein Mann fand einen sehr guten Draht zu ihr, oder war es gar umgekehrt, daß sie es "mir zuliebe" teils eher zuließ? Wer weiß?? Dieses fast schon mysteriöse Geheimnis werden wir wohl nie so ganz lüften können. ;-)

Sie hatte die ersten Jahre zudem immer ihre zeitweisen Freigänge draussen sehr genossen, da sie allein schon durch Zurufen und bestimmte Pfeiftöne, ganz ähnlich wie ein Hund, sicher und munter zu uns zurückgelaufen kam (sich auch miauend bei uns anmeldete). Seltenst stromerte sie die ganze Nacht irgendwo einfach herum. Wir wussten aber auch, daß sie fremde Leute grundsätzlicher mied und sich auch sonst niemals direkt von ihnen anfassen hätte lassen - (diese Vorbehalte behielt sie bis zum Ende bei). Man mag es so oder so nun sehen, Katzenfänger hätten es dadurch sicher sehr schwer mit ihr gehabt und herumliegendes Fresschen hat sie von sich aus verschmäht. Das bot zumindest eine gewisse Sicherheit in diesen Bereichen, weshalb wir davon ausgehen konnten, daß ihr weit weniger Unerhofftes darüber je zustoßen würde.

Uns gegenüber war sie so gut wie "durchweg" zu allen Schmuseeinheiten und Spielereien bereit - und falls mal nicht, suchte sie sich ein ruhigeres Plätzchen in der Sonne oder kuschelte sich in ihre Lieblingswolldecke ein. Oft bevorzugte sie auch ihren geliebten Katzenbaum, dort thronend sass sie längere Zeit und inspizierte mit wachsamen Argusaugen und ansehbarem Vergnügen die hinter der Glasscheibe liegende Welt. Als sie schon einige Jahre älter war, änderte sich ihre Lage wiederum etwas. So manch hinzugezogener Kater in der Umgebung liess sich nicht unbedingt davon abhalten um unser Haus öfter mal herumzuschleichen, wenn er ihre Fährte intensiver roch, weshalb wir uns leider dazu entschliessen mussten, sie irgendwann gänzlich drinnen zu belassen, weil sie als längst kastrierte Kätzin mit immer schlimmeren Blessuren durch die Beisserei und Balgerei mit den allzu aufdringlichen Männchen ständig zu rechnen hatte. Unterwürfigkeit war überhaupt nicht ihr Ding und bevor ihr irgend etwas Schlimmeres widerfuhr, sperrten wir lieber ihren Ausgang. Sie konnte sich trotz ihrer schlanken Figur zwar ungemein flink und kraftvoll gegen so manche Attacken erwehren, jedoch umso älter sie wurde, umso mehr merkte man ihr auch an, daß ihr diese Raufgelüste der Kater über Gebühr auf den Senkel gegangen sind - und sie vorrangig dem anderen Geschlecht lieber fortan ganz aus dem Wege ging; sich selbst aber sehr gern in nächster Nähe ihres Zuhauses weiterhin aufhielt. Genaus dies jedoch war ihr nicht immer so einfach möglich aufgrund besagter Katerlaunen, zudem gehörten Hunde und fremde Menschen, die hinzugezogen warn, dazu, um die sie schon automatisch einen großen Bogen zu machen pflegte. Wie anders sollte sie sich nun sicher auf den gewohnten Rückweg machen, wenn ihr der sehr viel grössere Kater schon zuvor allzu gern auflauerte (?).

Aber auch die Zeiten in der Wohnung machten ihr so manche Freude - und uns auch, selbst wenn sie zuvor ganz anderes gewohnt war und hin und wieder einige sehnsüchtige Blicke aus dem Fenster ihre wahren Gedanken hierzu "teils" preisgaben. Katzen sind überhaupt in vielen Dingen sehr anpassungsfähig, auch wenn man dies aufgrund ihrer einzigartigen Individualität und ihres Freiheits- und Selbstständigkeitsdrangs kaum zu glauben vermag. Eine gewichtige Rolle spielt bei alledem aber auch die Liebe zu ihrem Herrchen und Frauchen mit, dessen waren wir uns sicher. Wenn eine Katze obendrein etwas partout nicht will, wird man sie kaum dazu "anders" bringen können, es sei denn, sie will es irgendwann auch! Manchmal jedoch kann man sie allein schon mit viel Liebe und Musse doch noch vorsichtig umstimmen, so daß die angeblich "biestigste Katze" oder der "absoluteste Freigänger" unter ihnen zu einem vollkommenen ausgelassenen Schmusetiger daheim werden kann!

So lebten wir mit unserem Tinchen, Kind und Kegel einige sehr schöne Jahre miteinander. Auch unsere Katze verliess uns für unser Gefühl, nach zehn Jahren ihrer Lebenszeit, noch viel zu früh. Sie erkrankte später recht schwer an Krebs und musste leider eingeschläfert werden. Alles andere wäre mit Sicherheit eine noch grössere Qual für sie gewesen. Tina war und wird uns mit all ihrem fröhlichen Spieltrieb, ihren besonderen Charakterzügen, all ihren Macken, ihrer tiefen Treue, Anschmiegsamkeit, Geradlinigkeit und ihrer liebenswerten Art ebenfalls stets in liebevoller Erinnerung bleiben, sprich, ein unvergessenes und wundervolles Wesen bleiben. Bei Interesse: Einst schrieb ich für Tina ein kleines Sonett in Form eines nostalischen Nachrufs. Genau dieses lässt sich hierüber aufrufen.